Face

2020 Ausgabe 1

Speziallösungen

Titelthema

Nicht alle Terrorschäden sind gleich

Die Anschläge des 11. September 2001 gelten quasi als Geburtsstunde der Versicherungen für Terrorismus und politisch motivierte Gewalt – und das auf weltweiter Ebene. Wenig überraschend, da jene terroristischen Ereignisse vor knapp 19 Jahren nicht nur die Welt für immer veränderten, sondern für den Versicherungsmarkt auch den teuersten Schadensfall der Geschichte markierten. Rund 58 Milliarden US-Dollar kamen auf Versicherer und Rückversicherer zu, was einen absoluten Branchenrekord darstellt. Die Anschläge hatten auch langfristig immense Auswirkungen auf die Versicherungswirtschaft, denn während damals noch keine spezifischen Versicherungslösungen für Terrorismus und politische Gewalt existierten, hat sich inzwischen viel geändert: Sowohl global betrachtet als auch mit einem Blick auf Deutschland bietet der Markt mittlerweile diverse Deckungen für die komplexe Risikoart an.

Alles abgedeckt?


Klassische Terrorismusdeckungen bieten in der Regel Versicherungsschutz für Sachschäden und daraus resultierende Betriebsunterbrechungen. Was hierbei jedoch vernachlässigt beziehungsweise nicht berücksichtigt wird: Auch wenn kein direkter Sachschaden vorliegt, kann es infolge eines terroristischen Ereignisses dennoch zu maßgeblichen Beeinträchtigungen der Geschäftsfähigkeit eines Unternehmens kommen. Das trifft beispielsweise zu, wenn der unmittelbare Bereich des Firmengeländes aus Sicherheitsgründen unzugänglich wird. Genau jene Schäden sind in traditionellen Policen allerdings nicht umfasst, wodurch unweigerlich Deckungslücken entstehen. Für viele Unternehmen kann das entsprechend zum großen Risiko und damit zum echten Problem werden.


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Lücken schließen


Der Bedarf nach einer Absicherung, die die Lücken traditioneller Policen bei Betriebsunterbrechungen aufgrund von Terrorschäden schließt, ist mittlerweile groß – eine Entwicklung, der Chubb mit einer sachschadenunabhängigen Terrorismuslösung nachkommt, um so den Bedürfnissen auf Unternehmensseite gerecht werden zu können. Die Deckung erstreckt sich sowohl auf Betriebsunterbrechungen, die nicht in Zusammenhang mit einem direkten Sachschaden stehen, als auch auf die Unterstützung bei der Mitarbeiter- und Kundenbetreuung als Folge eines Terrorismusschadens. Darüber hinaus sind notwendige Annullierungen beispielsweise von Veranstaltungen nach einer terroristischen Handlung oder Bedrohung abgesichert. Im Zentrum des Versicherungsschutzes stehen also vier wesentliche Bestandteile: Attraktivitätsverlust, Bedrohung, Veranstaltungsausfall und Schutz der Belegschaft sowie von Kunden.

Indirekt betroffen


Es sind insbesondere der Einzelhandel, Hotels, Finanzinstitute oder aber der Unterhaltungs- und Veranstaltungssektor, die im Zuge terroristischer Ereignisse oftmals mit Schäden beziehungsweise negativen Auswirkungen auf ihr Unternehmen konfrontiert sind, obwohl sie keinen tatsächlichen Sachschaden erlitten haben. Denn wenn sich zum Beispiel im Stadtzentrum ein Terroranschlag ereignet, wird aus Sicherheitsgründen natürlich aufgrund der erhöhten Sicherheitslage jener Bereich meist großräumig und auf unbestimmte Zeit abgesperrt – selbst wenn es dabei noch nicht einmal zu einem größeren Sachschaden gekommen ist. Aufgrund jener Zugangs-sperren gibt es dann entsprechend nur sehr begrenzte Durchgangsmöglichkeiten, was sich etwa für einen Supermarkt in eben dieser Zone in einer geringeren Kundenanzahl niederschlägt und damit wiederum Umsatzeinbußen zur Folge hat. Auch wenn Unternehmen also nicht direkt von einem Terrorereignis betroffen sind, wenn sie keinen direkten Sachschaden verzeichnen, bedeutet das nicht automatisch, dass sie keinerlei Schaden haben. Denn ob nun direkter oder indirekter Schaden – Schaden bleibt schließlich Schaden und will abgesichert sein.

Markus Keller
markus.keller@chubb.com

Über den Autor

Markus Keller ist Line Manager Terrorism & Political Violence bei Chubb in Frankfurt und verantwortlich für die entsprechenden Portfolien in Deutschland und Österreich. Neben strategischen Themen ist er gleichermaßen zuständig für das operative Neu- und Bestandsgeschäft. Er ist seit 2017 Jahren bei Chubb und leitet seit einem Jahr den Bereich Terrorismus und politische Gefahren.

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