Face

2019 Ausgabe 3

Industrieforum 2019

Titelthema

Immer noch am Puls der Zeit

Es ist kaum zu bestreiten, dass 20 Jahre eine lange Zeit sind, in der viel geschehen und sich viel verändern kann. Wenn man allerdings nochmal zurückblickt, fühlen sich 20 Jahre aber gar nicht so lange an – ganz im Gegenteil: Die Zeit ist wie im Fluge vergangen und verwundert fragt man sich da, ob nicht jemand an der Uhr gedreht hat. Genauso geht es uns auch bei unserem Industrieforum, das sich am 7. November 2019 nun schon zum 20. Mal jährte. Erneut im Sofitel Opera im Herzens Frankfurt stattfindend, haben wir auch in diesem Jahr wieder gemeinsam einen Blick über den Tellerrand der Branche hinaus gewagt und uns Themen gewidmet, die nicht nur die Wirtschaft, sondern vor allem auch die Allgemeinheit derzeit am stärksten bewegen. Aus diesem Grund haben wir mit dem Klimawandel und dem Artensterben auch zwei zeitaktuelle Themen in den Mittelpunkt des Industrieforums gerückt, die unseren Alltag vielleicht wie keine anderen prägen, schließlich vergeht inzwischen kaum noch ein Tag, ohne dass wir hierzu Etwas in den Medien lesen oder hören. Die Zeit drängt, denn Expertenschätzungen zufolge könnte die Welt schon in einigen wenigen Jahren komplett „aus den Fugen geraten“ – es besteht also dringender Handlungsbedarf. Allerdings sind schon heute signifikante Veränderungen zu beobachten, die sich auch in der Versicherungswirtschaft bemerkbar machen, nämlich mit einem Blick auf das Schadenausmaß der letzten Jahre bedingt durch Naturkatastrophen. Mit welchen Herausforderungen Rück- und Erstversicherer heute konfrontiert sind und welche neue Möglichkeiten das Risk Management dabei bietet, zeigten die verschiedenen Expertenvorträgen sowie die anschließende Paneldiskussion auf und luden hierbei gleichzeitig auch zum aktiven Meinungsaustausch ein.

Ein Blick auf die Branche


Den Startschuss zur Veranstaltung gab zunächst Andreas Wania, Country President und Hauptbevollmächtigter der Chubb in Deutschland, in seiner Video-Botschaft als digitale Vorschau auf den Tag und mit anschließender Einführungsrede. Hierbei ließ er das Jahr kurz Revue passieren, das für die Branche angesichts eines sich stark veränderten Marktes mit der einen oder anderen Herausforderung verbunden war, und ging zudem näher auf die neue, segmentierte Unternehmensstruktur der Chubb in Deutschland ein. Mehr zur Chubb in Europa erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Industrieforums anschließend von David Furby, Regional President der Chubb European Group, der trotz des kurzfristigen – und durchaus herausfordernden – Flugstreiks am Veranstaltungstag doch noch den Weg aus London in die Mainmetropole finden konnte. Den „Branchenrundumschlag“ komplettierte schließlich Dr. Guido Funke, Chief Executive Manager Global Clients der Munich Re aus München, denn auch in diesem Jahr durfte der klassische Rückversicherungsbeitrag natürlich nicht fehlen. Die anschließende Pause bot dann erste Gelegenheiten, um das Gehörte noch zu vertiefen oder bereits das ein oder andere wichtige Gespräch zu führen. Zum Austausch luden auch das Live-Testing des Online-Tools Chubb Easy Solutions an zwei Touchscreens sowie die zeitgenössische Kunst des Düsseldorfer Bildhauers Kai Richter ein, dessen „Baukunst“ den idealen Rahmen für die neue Sparte Kunst- und Wertversicherungen bot.

Die Folgen des Klimawandels


Den ersten Themenblock des Tages eröffnete Brigitte Vorrath, Global Client Executive bei Chubb in Frankfurt, mit ihrem lebhaften Impulsvortrag zum Klimawandel und dessen Auswirkungen auf das Risk Management. Hierbei erörterte sie die Thematik aus der Sicht eines Versicherers und inwiefern die Problematik die Branche beeinflusst – bereits heute, vor allem aber künftig. Hierzu stellte ARD-Wetterexperte Thomas Ranft anschließend auch die entscheidende Frage: „Klimawandel – Nach uns die Sintflut?“. Was es mit der Klimaerwärmung auf sich hat und ob die Prognosen für die Zukunft tatsächlich so schlimm sind, vor welchen Herausforderungen unsere Gesellschaft beim Klimaschutz steht und wie wir diese dennoch meistern können, erklärte der TV-Moderator, bekannt mitunter durch die Sendungen „Alles Wissen“ und „Alles Wetter!“, dabei ebenso anschaulich wie passioniert. Viel „food for thoughts“ bot er damit gleichzeitig auch allen Anwesenden, von denen sicherlich der eine oder andere nach diesem Beitrag das eigene Verhalten im Stillen nochmals genauer unter die Lupe genommen hat, denn in Sachen Klimaschutz gilt schließlich: Jeder kann dazu beitragen!

Neue Risiken, neue Lösungen


Von der globalen Klimaveränderung haben wir daraufhin nochmals den Bogen zurück zur Versicherungswelt gespannt, genauer gesagt zu den Auswirkungen des klimatischen Wandels. Gemeint sind hiermit die zunehmenden Schadenereignisse bedingt durch Naturkatastrophen, wie Peter Brink, Line Manager Fire bei Chubb in Frankfurt, in seinem Vortrag erläuterte. Bereits heute sind die Folgen deutlich zu spüren und so stellt sich die Frage, wie jene Risiken gehandhabt und bestmöglich vermieden beziehungsweise minimiert werden könnten. Wie genau zum Beispiel digitales Risk Management im Alltag aussehen kann – oder bereits aussieht –, zeigte im Anschluss Robert Veltrup, Chief Digital Office der Grohe AG in Düsseldorf, auf und sorgte hierbei mit neuartigen Produktentwicklungen im Sanitärbereich für einige Lacher im Publikum. Doch alle digitalen Errungenschaften haben – neben ihrem immensen Potential – auch immer eine Schattenseite, und diese Schattenseite heißt Cyberrisiken. Dem sind sich auch Robert Veltrup und Natalie Kress-Happel, Cyber-Expertin bei Chubb in Frankfurt, bewusst und diskutierten im Powertalk, moderiert von Kerstin Hartung Alexandre, Head of Marketing & Communications D/A/CH bei Chubb, über die neuen Risiken, die unsere digitale Welt mit sich bringt und ob Gefahren zu erkennen auch zugleich bedeutet, dass diese gebannt sind.

Handeln ist gefragt


Zu bannen gilt es aber nicht nur digitale Gefahren, auch in der realen Welt besteht aktuell größerer Handlungsbedarf denn je: Das Klima wurde bereits genannt, doch vergessen werden darf hierbei auch nicht das ebenso drastische derzeitige Artensterben und die daraus resultierenden Konsequenzen für uns und unseren Alltag. Es ist höchste Zeit zu agieren, wie Dr. Christof Schenck, Biologe und Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft in Frankfurt, mit eindrucksvollen Bildern aus der Natur und Fakten zur derzeitigen Lage rund um den Globus verdeutlichte. Hierbei zeigte er auch auf, was geschehen kann, wenn es nicht bald zur großen Transformation in Sachen Klima- und Artenschutz kommt. Ganz klimafreundlich gestaltete sich passend dazu dann auch der Abschluss des 20. Industrieforums: Bedingt durch den bereits erwähnten bundesweiten Flugstreik konnte der ehemalige Bundestagspräsident Prof. Dr. Lammert zwar nicht „live“ vor Ort sein, doch dank digitaler Errungenschaften war er dennoch mittendrin: live zugeschaltet auf die Bühne, von dort er angeregt mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutierte und Spannendes aus dem Alltag eines Bundespräsidenten zu berichten wusste. Mit der Key Note ging schließlich auch die 20. Auflage des Industrieforums zu Ende, zumindest der fachliche Teil der Veranstaltung, und zurückbleibt als Fazit: Auch nach zwei Jahrzehnten hat die Veranstaltung weder an Zuspruch noch an Attraktivität verloren, so das eingängige Resumee der Anwesenden. Dies spornt uns an, auch im kommenden Jahr wieder zeit- und branchenaktuelle Themen auszuwählen. Und wie immer heißt es nun: Nach dem Industrieforum ist vor dem Industrieforum.

Marielle Winter
marielle.winter@chubb.com

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