Face

2020 Ausgabe 1

Speziallösungen

Titelthema

Finanziell flexibel bleiben

Wer einen Auftrag vergibt, will natürlich sicherstellen, dass dieser auch wie vereinbart ausgeführt wird. Wenig überraschend, dass das Sicherheitsbedürfnis von Auftraggebern groß ist. Aufträge werden oft nur mit Vereinbarung von bestimmten Sicherheitsleistungen vergeben. Dies geht einher mit der Forderung nach einem Aval, also einer Bürgschaft, einer Garantie oder ähnlichen Eventualverbindlichkeit. Sobald eine derartige Sicherheit verlangt wird, tritt dafür oftmals die Hausbank als Bürge ein. Die Bank rechnet die Bürgschaft auf den eingeräumten Avalrahmen an, der dadurch eingeengt wird. Oftmals ist es für Unternehmen allerdings wichtig, Handlungsspielraum zu haben. So kann es erforderlich sein, bei der Bank nötige Kapazitäten in Bezug auf den Aval- und Kreditrahmen zu haben.

Alternative gesucht


Banken sind zwar nach wie vor die traditionellen Avalgeber, allerdings kommen immer häufiger Kautionsversicherer als Alternative ins Spiel. Kautionsversicherungen können die gleichen Sicherheiten leisten wie die Bank. Sie können die gleichen Bürgschaftstexte zeichnen und bieten sogar oftmals ein entsprechendes oder besseres Rating als die Bank. Dies kann für den Bürgschaftsgläubiger ein entscheidender Faktor sein. Zudem behält das Unternehmen die notwendigen Kapazitäten und somit den Handlungsspielraum bei der Bank – mehr „freies“ Geld also, um zusätzliche Investitionen zu tätigen beziehungsweise große Aufträge wahrzunehmen.

Globaler Partner


Kautionsversicherungen werden immer beliebter, doch hierbei geht es um mehr als eine flexible Alternative zur Bankbürgschaft. Denn der Versicherer kann nicht bloß als reiner „Provider“ von Bürgschaften fungieren, sondern vielmehr auch als wichtiger Partner – nicht zuletzt für Unternehmen, die große Projekte im In- und Ausland und die überall auf der Welt einen Bedarf an Bürgschaften haben. Denn gerade auf multinationaler Ebene können sich zahlreiche, teils unerwartete An- und Herausforderungen ergeben – Unterstützung ist dann entsprechend von großem Mehrwert. So zum Beispiel auch als Chubb in den letzten Monaten ein großes Dax-Unternehmen in Deutschland dabei begleitet hat, eine Firma in Frankreich zu akquirieren, bei dem Bürgschaften abzulösen waren. Das hierzulande ansässige Unternehmen wollte die Vertragsgestaltung natürlich gerne in Deutschland durchführen, die Bürgschaftsausstellung hatte stattdessen allerdings in Frankreich zu erfolgen. In Fällen wie diesem ist dann vor allem ein gutes, globales Netzwerk gefragt, um Bürgschaften, Avale und Garantien auch im Ausland und unter vielen verschiedenen Jurisdiktionen zu ermöglichen. Wichtig war das – als weiteres Beispiel – auch im Hinblick auf das Großprojekt eines mitteleuropäisches Unter.nehmen in Nordamerika: Hierbei führte ein 100-prozentiges Tochterunternehmen zwar den Auftrag durch, das Heft des Handelns und somit die Vertragsgestaltung wollte die Muttergesellschaft aber nicht aus der Hand geben. Durch sein internationale Netzwerk stand Chubb in ständigem Austausch mit Kolleginnen und Kollegen vor Ort, wodurch eine schnelle Bereitstellung der Bürgschaft gewährleistet werden konnte.

Mehr als nur ein Bürge


Auch beim Thema Fronting können Kautionsversicherungen die nötige Flexibilität bieten und dabei im Vergleich zu einer Bank sogar noch finanzielle Vorteile haben. Denn Fronting ist rund um den Globus möglich, ohne dass dafür signifikante Gebühren erhoben werden. Auch berechnen Kautionsversicherungen in Ländern, in denen sie selbst tätig sind, keine darüberhinausgehenden Gebühren. Wenig überraschend also der Fall eines deutschen Unternehmens, das in Mexiko Prozessbürgschaften in zweistelliger Millionenhöhe zu stellen hatte und dessen eigene Anwälte dem Unternehmen daher empfahlen, dies nicht über die Bank abzuwickeln, sondern vielmehr einen Versicherer hinzuzuziehen. Der Grund dafür: Wesentlich geringere Kosten für das Fronting, da sich die Hausbank einer Bank vor Ort hätte bedienen müssen, um eine werthaltige Bürgschaft stellen zu können. Ein weiteres Plus war zudem die immense Zeitersparnis. Eine Kautionsversicherung steht einer Bank also in vielerlei Hinsicht in nichts nach. Zudem steht aber auch gleichzeitig ein weiteres Ziel im Fokus: Firmen das (Geschäfts-)Leben ein Stückchen einfacher zu machen. Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, als Versicherer ein Partner auf Augenhöhe zu sein und nicht nur als Finanzdienstleister zu agieren, der bei Bedarf kontaktiert wird. Mit dem Unternehmen regelmäßig in Kontakt zu stehen, sich über Bedürfnisse, Strategien und Pläne auszutauschen, ist hier ein Schlüsselfaktor, um so gemeinsam die beste Lösung zu finden.

Dirk Gmeiner
dirk.gmeiner@chubb.com

Über den Autor

Dirk Gmeiner ist Line Manager Surety bei Chubb in Frankfurt und für den Bereich Kautionsversicherungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zuständig. Der Volljurist ist seit 2019 im Unternehmen.

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